Seminar Gerechtigkeit

Was ist Gerechtigkeit?

Wir von der Lokalgruppe Tübingen bieten seit dem Sommersemester 2013 (also bald zum vierten Mal) in Zusammenarbeit mit dem Career Service und Moritz Hildt von der Forschungsstelle Politische Philosophie Tübingen ein Blockseminar an, um dieser Frage etwas näher zu kommen.

Bild der Besprechung
Hier seht ihr uns bei einer Besprechung: unser Dozent, Moritz Hildt (rechts im Bild) von der Forschungsstelle Politische Philosophie Tübingen und das Orga-Team: Nick Ebner und Lena Bersch

Gerechtigkeit ist ein anstrengendes Wort. Beinahe jeder benutzt es, nimmt es für seine Sache in Anspruch, aber kaum jemand erklärt je, was damit gemeint ist. Liberale benutzen es, sogar Rechte benutzen es, Linke sowieso, Lehrer, Richter, Tierrechtler. Für die meisten von uns ist Gerechtigkeit – oder vielmehr Ungerechtigkeit – vor allem ein Gefühl. Ein Gefühl, das sagt: „Das kann doch so nicht richtig sein!“. Aber dieses Gefühl ist bei jedem anders. Und wenn wir es begründen sollen, kommen wir schnell ins Schwimmen. Aber kann man überhaupt theoretisch – objektiv – argumentieren, was gerecht ist?

In unserem Seminar lernen wir einige (längst nicht alle) moderne Gerechtigkeitstheoretiker kennen, diskutieren sie und basteln uns – im Idealfall – unsere eigene Idee von Gerechtigkeit zusammen. Ihr könnt mitmachen, auch ohne Vorkenntnisse in Philosophie. Dies sind einige der Fragen, die uns beschäftigen:

Was sind gerechte Institutionen und gibt es eine gerechte Weltordnung? Wer darf eigentlich bestimmen, was Gerechtigkeit ist? Was ist der Unterschied zwischen Ungerechtigkeit und Unglück? Wie groß ist meine eigene Verantwortung und was liegt in der Verantwortung des Staates? Was ist Menschenwürde? Sind Menschenrechte ein gutes Prinzip, um Gerechtigkeit herzustellen? Unsere Literaturliste ist jedes Mal etwas anders – schließlich üben wir noch. Kernautoren sind: Rawls, Nußbaum, Young, Shklar und Miller.

Im praktischen Teil untersuchen wir das Themengebiet Armut: Ist es meine Verantwortung, Arme zu unterstützen? Wenn ja, wie und was ist mein „fair share“ an dieser Aufgabe? Ist Entwicklungshilfe gerecht - und hilft sie?

Das Seminar findet das nächste Mal statt am 13.-14.12.2014, mit einem Vorbesprechungstermin 28.10.2014. Wenn ihr mitmachen wollt (es gibt 3 ECTS-Punkte), könnt ihr euch einfach über das Career Service anmelden unter „Fachübergreifende Inhalte“ und „1E Ethik“.

Wenn ihr Anmerkungen oder Fragen habt, könnt ihr auch einfach unserer Seminar-Ansprechpartnerin Lena schreiben unter lena-christina.bersch@student.uni-tuebingen.de

Zuletzt noch ein Buchtipp von uns für ein erstes Stöbern. Dieser Sammelband enthält Textausschnitte von Aristoteles bis Sen. Aufgrund der gelungenen Auswahl sind diese auch für Einsteiger gut verständlich und zeigen die Vielfältigkeit der theoretischen Strömungen:

  • Philosophie der Gerechtigkeit. Texte von der Antike bis zur Gegenwart, hrsg. v. Christoph Horn und Nico Scarano, Suhrkamp, Frankfurt/M. 2002, 42008.