Treffen mit Uhuru e.V.

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©Max Leben

Im Sommersemester 2018 wurde die Sitzung des Global Marshal Plan Tübingen besucht und bereichert von ihren Partnern des UHURU e.V. : Davies Okombo, Katja Neubauer und Jonas Puhm (hinten, von links nach rechts).

Ein alternativer „Global Marshall Plan for Africa“

Meinungsbildung über Mikrokredite für Näherinnen in Kenia
Ein Bericht von Marlene Thöne i.A. GMP Tübingen

Die Global Marshall Plan Lokalgruppe Tübingen (GMP) ist Teil eines unabhängigen Netzwerks, das sich für eine ökosoziale Marktwirtschaft und nachhaltige Entwicklungen einsetzt. Dazu gehören verbesserte Lebensbedingungen für alle Menschen, insbesondere in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Bildung, sowie der Schutz der natürlichen Ressourcen. Wir in der Lokalgruppe suchen aktiv die inhaltliche Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten der Globalisierung und sind gleichzeitig in lokalen Projekten aktiv.

Ein Teil der Projekte des GMPs besteht aus Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit für Mikrokreditprojekte in Zusammenarbeit mit UHURU e.V.. Mikrokredite sind kleine Geldmengen, die beispielsweise zum Starten von Projekten an andere Kleinunternehmer*Innen verliehen werden. Das Geld wird im Anschluss in Raten und mit deutlich geringeren Zinsen als üblich zurückgezahlt. Auf diese Weise unterstützt der GMP seit vielen Jahren UHURU e.V., einen mildtätigen Verein aus Gomaringen mit Partnerorganisation in Kisumu, West-Kenia.

Als bunte Gruppe kritisch denkender Weltretter*Innen sind unsere Meinungen zu Mikrokredit-Projekten prinzipiell offen, aber kritisch. Sehr interessant war deshalb der Besuch von Davies Okombo, Katja Neubauer und Jonas Puhm in der GMP-Sitzung am Dienstag. Die drei Mitglieder des UHURU e.V. und der GMP lernten sich kennen und redeten - über Geld, die weite Welt und den Barsch im Victoriasee.

„I’m very happy to be associated with Global Marshall Plan”, meinte Davies. Er erzählte von seinem Land Kenia und dessen Situation. Als er diese als positiv und politisch recht konstant bezeichnet („So far it looks great“), sagte Katja lachend „naja, they are not fighting anymore.“ Sein Leben began als jüngstes von zehn Kindern mit entsprechenden Schwierigkeiten und er erstritt sich über kreative Umwege seine Schulbildung. Trotz allem sind Jungen in Kenia besser gestellt als Mädchen, so Davies.

Auch die Frauen, die der GMP durch das Mikrokreditprojekt unterstützt, haben Glück im Unglück und können nun jeden Tag zum Nähen lernen in die Schule gehen. Sie kommen zum Teil aus Verhältnissen sexueller Ausbeutung, in die sie teilweise gezwungen wurden, um ihre Kinder ernähren zu können. Die sechs Kinder der 20 Frauen der Klasse dürfen selbstverständlich mitkommen – denn wo sollen sie sonst hin? Eine öffentliche und kostenfreie Kinderbetreuung steht den Müttern nicht zur Auswahl.

Da der Großteil der zukünftigen Näherinnen keine gute bis keine Schulbildung bekommen konnten, wird ihnen vor Beginn des Mikrokredits im Zuge eines Workshops der Umgang mit dem Geldverdienen und selbstständig Finanzen verwalten nähergebracht. Bevor sie ihren Job mit den Nähmaschinen starten, sollen sie bestmöglich vorbereitet sein und so wird sie auch den gesamten Zeitraum des Projekts ein Betreuer begleiten. Er ist selbst ein ehemaliges Patenkind von UHURU e.V., der nach seiner Schulzeit „Commerce und Accounting“ studiert hat, und sich aus eigener Vergangenheit sicher ein wenig in die Situation der jungen Frauen hineinversetzen kann.

Wir vom Global Marshall Plan stellen viele Fragen zu dem vielschichtigen Projekt als Davies Okombo es im Detail vorstellt. Bei den Schwachstellen, die solche Mikrokredit-Vereinbarungen haben können, haken wir nach und alle Fragen werden uns direkt beantwortet. Um bei unvorhersehbaren Schwierigkeiten Rückhalt zu bieten, bedient sich UHUHRU e.V. gut funktionierender „Issues of security“, also Sicherheitsvorkehrungen. Beispielsweise sind die Näherinnen in vierer Gruppen eingeteilt. Dieses soziale Gerüst hilft den Frauen sich gegenseitig zu unterstützen. Sollten Engpässe entstehen, können Probleme gemeinschaftlich gelöst werden. Dieses sich selbst stützende Programm ermöglicht den jungen Frauen ihr eigenes Schicksal frei zu bestimmen – ganz im Sinne von „Uhuru“, was auf Kiswahili „Freiheit“ bedeutet!

Wir, die Studierenden vom Global Marshall Plan Tübingen, bitten in diesem Sinne um Spenden für das Mikrokreditprojekt und freuen uns über alles, was Sie/Ihr geben könnt, denn wie Katja sagte, „every euro is very perfect for these girls“.

Danke für Ihre und Eure Unterstützung!

Spenden an:
GMPI Lokalgruppe Tübingen e.V.
IBAN: DE04 6415 0020 0001 4720 46
BIC: SOLADES1TUB
Kreissparkasse Tübingen
Verwendungszweck: Mikrokredit

Falls Sie/Ihr mehr über unsere Partnerschaft mit UHURU e.V. wissen wollt oder selbst aktiv werden wollt, gerne eine Email an: gmpituebingen@googlemail.com

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