Initiative

Was ist der Global Marshall Plan?

Der Global-Marshall-Plan setzt sich für eine gerechtere und nachhaltigere Welt ein. Sein Ziel ist eine Welt in Balance. Doch wie sieht die Lage momentan aus?

Zwar ist der Kalte Krieg nun schon lange überwunden, Verbesserungen in Landwirtschaft, Industrie und Transport haben etlichen Menschen Wohlstand beschert und die zunehmende Globalisierung lässt in jeder Hinsicht weltweit die Grenzen zwischen den Völkern kleiner werden und wird sie irgendwann überwinden.

Doch dieser Innovationsschub und die sich daraus ergebende beschleunigende Globalisierung haben auch ihre Schattenseiten: Diese bestehen darin, dass multinationale Konzerne einen immer größeren Einfluss nehmen, die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht und die Bevölkerungen ebenso explosionsartig wachsen wie der weltweite Ressourcenverbrauch. Dies wird in absehbarer Zeit zu zahlreichen Konflikten führen, weltweit Sicherheit und Wohlstand gefährden werden. Von einer „Welt in Balance“ kann im Moment also keine Rede sein.

Ich glaube fest daran, dass wir eine von Armut freie Welt schaffen können, wenn wir es nur wollen.
- Muhammad Yunus

Getreu dieses Zitats wurde 2003 die Global-Marshall-Plan-Initiative ins Leben gerufen, um den oben geschilderten Herausforderungen kollektiv zu begegnen. Sie ist als offenes und integratives Netzwerk konzipiert und hat drei Hauptanliegen:

  1. Nachhaltige Entwicklung auf dem gesamten Globus
  2. Verbesserte Lebensbedingungen für alle Menschen, insbesondere in den Bereichen Nahrungsmittelversorgung, Gesundheit und Bildung
  3. Schutz der natürlichen Ressourcen

Konkrete Stufen zur Verwirklichung dieser Ziele

A. Konkretisierung der Leitziele

Der Global Marshall Plan betrachtet hierbei die Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2000, die von 191 Staaten unterzeichnet wurden, als einen wichtigen ersten Schritt.

Bis zum Jahr 2015 und darüber hinaus sollen die folgenden Ziele erreicht werden:

  1. Extreme Armut und Hunger beseitigen
  2. Grundschulbildung für alle Kinder gewährleisten
  3. Gleichstellung der Frauen fördern
  4. Kindersterblichkeit senken
  5. Gesundheit der Mütter verbessern
  6. HIV/Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen
  7. ökologische Nachhaltigkeit gewährleisten
  8. Eine globale Partnerschaft für Entwicklung aufbauen

B. Herausforderungen und Handlungsprogramm

Dies Ziele kann man nur durch die weltweite Errichtung einer ökosoziale Marktwirtschaft mit global verbindlichen sozialen, ökologischen und kulturellen Standards erreichen. Genau dies streben der Global Marshall Plan und seine Unterstützer an.

Zunächst muss man die zur Erreichung der Milleniumsentwicklungsziele erforderlichen Ressourcen aufbringen. In diesem Zusammenhang ist geplant, dass jede Industrienation 0,7% des BIP der Entwicklungshilfe zur Verfügung stellen sollen. Dies wären derzeit jährlich etwa 200 Milliarden Euro.

Ferner wird es unumgänglich sein, die Prinzipien einer ökosozialen Marktwirtschaft endlich umzusetzen. Dies erfordert die Ordnungsrahmens z. B. durch eine Verknüpfung von Regelwerken und vereinbarten Standards zu Wirtschaft, Umwelt und Soziales auf internationaler Ebene. Dringend erforderlich ist eine global faire Besteuerung von Wertschöpfungsprozessen. Diese ist insbesondere im Finanzsektor überfällig.

Schließlich muss sichergestellt werden, dass die Mittelverwendung basisorientiert und transparent erfolgt. Dies wird nur unter gleichzeitiger Korruptionsbekämpfung möglich sein wird. Diese Gewährleistung des effektiven Mitteleinsatzes für selbstbestimmte Entwicklungswege ist der vielleicht schwierigste Aspekt eines Global Marshall Plans.

C. Konkrete Projekte zur Erreichung der Ziele

Konkrete Beispiele sind Mikrofinanzierung, erneuerbare Energien oder die Zusammenarbeit mit einheimischen Entwicklungshelfern.


Organisation

Der Global Marshall Plan kombiniert eine funktionsfähige und kohärente Global Governance Struktur, geeignete Reformen und eine intelligente Kopplung von UN-, WTO-, IWF-, Weltbank- sowie ILO- und UNEP-Regelwerken mit der Aufbringung von zusätzlich 100 Mrd. US$ pro Jahr für die Ko-Finanzierung von Entwicklung.
Die Global Marshall Plan Foundation koordiniert den Aufbau der gleichnamigen Initiative, die mittlerweile aus einem Netzwerk von über hundert Organisationen sowie zahlreichen Bundesländern und Gemeinden besteht. Erfahren Sie mehr über die Global Marshall Plan Initiative.


Finanzierung

Neben fairen Wettbewerbsbedingungen im Agrarsektor, der Etablierung einer besseren Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd in diesem Bereich sowie vernünftigen Methoden der Entschuldung finanziell armer Länder setzt der Global Marshall Plan auf neue Finanzierungsquellen, die sich aus globalen Wertschöpfungsprozessen speisen und somit weder die nationalen Haushalte belasten noch Wettbewerbsverzerrungen verursachen. Mögliche Finanzierungsmechanismen sind eine Terra-Abgabe auf den Welthandel, eine Abgabe auf Welt-Finanztransaktionen, der Handel mit pro-Kopf gleichen CO2-Emissionsrechten, eine Kerosinsteuer oder Sonderziehungsrechte beim Internationalen Währungsfonds.
Mittelverwendung

Unterstützer

Vertreter/-innen aus Wissenschaft, Politik, Medien, Kultur, Wirtschaft und NGOs schlossen sich 2003 zusammen, um einen Beitrag gegen die immer bedrohlicher werdende Schieflage in der Entwicklung der Menschheit zu leisten.

Prominente Unterstützer sind unter anderem:

  • Ernst-Ulrich von Weizsäcker
  • Hans-Dietrich Genscher
  • Benita Ferrero-Waldner
  • Mary Robinson
  • Clare Short
  • Prinz Al Hassan Bin Talal
  • Margot Waldström

weiterführende Informationen

Erfahren Sie mehr über die Global Marshall Plan Initiative.